Arbeitsgemeinschaft Gruppenanalyse mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Geschichte der Workshops

Im Oktober 2003 begann zwischen Mitgliedern des erst kurz zuvor gegründeten Berliner Instituts für Gruppenanalyse (BIG) und des seit 1980 bestehenden Instituts für Gruppenanalyse Heidelberg (IGAH) ein „kindergruppenanalytischer Dialog“. Man suchte nach Möglichkeiten, die GruppenanaIyse nach S.H. Foulkes auch für die Arbeit mit Kinder- und Jugendlichengruppen fruchtbar zu machen. In beiden Instituten gab es bereits Supervisionsgruppen mit Kindertherapeuten aber auch mit (Sozial-)Pädagogen, die die gruppenanalytische Weiterbildung durchlaufen hatten und nun mit Kindern und Jugendlichen gruppenanalytisch arbeiten wollten.  

Die Kooperation der beiden Institute führte zum ersten „Kasuistischen Workshop  für Gruppenanalyse mit Kindern und Jugendlichen“, der im September 2005 in Berlin stattfand. Er war, so hieß es in der Einladung, „der Beginn eines mehrteiligen Projekts“.

Das Konzept für den Ablauf des Workshops hatte man aus der Erfahrung mit den Supervisionsgruppen heraus entwickelt, nämlich „der alltäglichen Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen mit gruppenanalytischem Blick zu begegnen. Das kasuistische Programm, bei dem kleinere Arbeitsgruppen als gruppenanalytisch geleitete Supervisionsgruppen arbeiten, wird jeweils mit einem theoretischen Input (Vortrag, Film) eingeleitet und von je zwei gruppenanalytisch geleiteten Großgruppen gerahmt.  

Diese so gestalteten Workshops, die seitdem jährlich stattfinden, wechselten bis 2008 zwischen Berlin und Heidelberg als Veranstaltungsort. Sie ermutigten viele Teilnehmer, in ihrem jeweiligen beruflichen Feld mit eigenen therapeutischen ebenso wie nichttherapeutischen Gruppen zu beginnen und ihre Arbeit bei den Workshops vorzustellen. Dort nutzten sie nicht nur den supervisorischen Hintergrund sondern vor allem auch den kollegialen Austausch.  

Workshopteilnehmer aus weiteren gruppenanalytischen Instituten Deutschlands, der Schweiz und Österreich setzten sich nun für eine Teilnahme auch ihrer Heimatinstitute als Veranstaltungsort ein. Ab 2009 kam die Münchner Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalyse (MAP) als „Spielort“ hinzu, 2014 das Seminar für Gruppenanalyse Zürich (SGAZ) und auch in Wien ist bereits ein Workshop in Zusammenarbeit mit der Fachsektion Gruppenpsychoanalyse (ÖAGG) in Planung.

So haben die kasuistischen Workshops, die als Kooperationsprojekt zwischen zwei gruppenanalytischen Instituten begannen, wesentlich zur Verbreitung der Gruppenanalyse mit Kindern und Jugendlichen im deutschsprachigen Raum beigetragen.